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Information Services und kratzendes Vinyl – Kurse der Archivschule besuchen die EZB und das Deutsche Rundfunkarchiv

Am 30. Juli 2015 besuchten die Teilnehmer des 52. Fachhochschullehrgangs und des 49. Wissenschaftlichen Lehrgangs der Archivschule Marburg unter der Leitung von Dr. Karsten Uhde das Archiv der Europäischen Zentralbank und das Deutsche Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main.

Das neue Gebäude der EZB im Frankfurter Ostend

Die Exkursion begann für die Studierenden mit einem umfänglichen Sicherheitscheck bei der EZB, wonach sie durch das beeindruckende neue Gebäude der Zentralbank in einen der zahlreichen Konferenzsäle geführt wurden. Dort erhielten sie eine kurze Einführung in die vergleichsweise junge Geschichte und die Bestände des Archivs der EZB, welches der Abteilung Information Services des Generalsekretariats der Direktion zugeordnet ist. Anschließend stellte eine Mitarbeiterin das Traineeprogramm des Archivs vor, das ein wichtiges Standbein der "Mitarbeiterpolitik" bildet. Im Rahmen des Trainee-Projekts soll durch ein ansprechendes Logo und eine hausinterne Werbekampagne das Archiv stärker in das Bewusstsein der Mitarbeiter der Zentralbank gerückt werden, um die Zusammenarbeit nachhaltig zu stärken. Schließlich wurde den Studierenden eine noch in der Planung befindliche Datenbank vorgestellt, in der die öffentlichen Pressefotos der EZB vorgehalten und geordnet werden sollen. Diese Datenbank wird von einem privaten Drittanbieter gestellt werden, cloudbasiert sein und über eine automatische Gesichtserkennung verfügen, um möglichst einfach und schnell abgebildete Personen zu identifizieren und ihre Namen in die Metadaten zu übertragen.

Das Foyer der EZB

Auf direktem Weg ging es im Anschluss weiter zum Deutschen Rundfunkarchiv und damit zu einem weiteren Spezialarchiv. In drei Gruppen aufgeteilt lernten die Studierenden nacheinander die Bereiche Bibliothek, Tonaufbereitung- und Speichertechnik sowie Verzeichnung kennen. In der Technikabteilung wurden Funktionsweise und Tonqualität der ältesten hier verwahrten Tonträger, der so genannten „Edison-Walzen“, vorgestellt und demonstriert wie mit Hilfe modernster Technik selbst zerstört geglaubte Aufzeichnungen wieder hörbar gemacht werden können. Es wurden auch die Geschichte des 1952 als Stiftung der ARD gegründeten Archivs und seiner Bestände, die bis in die Frühzeit des Rundfunks in Deutschland zurückreichen, erläutert, sowie der Sammlungsauftrag und die Arbeitsweise skizziert. Die Lehrgangsteilnehmer hatten dabei die Möglichkeit, die Mitarbeiter ausführlich über die technischen Voraussetzungen und Vorgänge für Bearbeitung und Lagerung der sich in Bezug auf ihre Formate stark unterscheidenden Archivalien zu befragen.

Der Besuch der beiden in ihrer Struktur und Aufgabenbereichen so unterschiedlichen Archive war sowohl lehrreich, als auch spannend. Er ermöglichte den Studierenden einen tieferen Einblick in ein mögliches späteres Arbeitsfeld über die im Unterricht vermittelten Inhalte und Erfahrungsberichte hinaus.

Text: Rebekka Friedrich, Christian Kensy, Jan Prößdorf

Fotos: Pierre Maurice Augel, Jan Prößdorf

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