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Handschriftliche Texte automatisch lesbar machen

Die automatisierte Erkennung von Handschriften war Thema einer internationalen Tagung, die vom 19. bis 21. Januar 2016 im Staatsarchiv Marburg und teilweise auch in den Räumlichkeiten der Archivschule stattfand. Mehr als 160 ArchivarInnen, HistorikerInnen und IT-WissenschaftlerInnen aus über 20 Ländern kamen nach Marburg, um über aktuelle Fragen der Forschung zu diskutieren.

Derzeit gehen immer mehr Archive dazu über, ihre Bestände zu digitalisieren, um sie zeit- und ortsunabhängig für die Nutzung verfügbar zu machen. Jedoch erfordert das Entziffern der handgeschriebenen Texte Lesekenntnisse, die oft nur den Spezialisten vorbehalten sind. Weiterhin hat die Forschung ein immer stärkeres Interesse, handschriftliche Texte möglichst schnell nach Informationen durchsuchen zu können. Anliegen der dreitägigen Veranstaltung war daher, ArchivarInnen und HistorikerInnen auf der einen Seite sowie IT-WissenschaftlerInnen auf der anderen ein gemeinsames Forum zu bieten, um miteinander Möglichkeiten für eine computergestützte Handschriftenerkennung zu entwickeln.

Die Archivschule stellte an den Vormittagen des 20. und 21. Januar Räumlichkeiten für Arbeitstreffen der in dem EU-Projekt READ („Recognition and Enrichment of Archival Documents“) vernetzten IT-Wissenschaftler zur Verfügung. Unter der Leitung des READ-Koordinators Günter Mühlberger von der Universität Innsbruck wurden hierbei die in den Sektionen der Tagung vorgestellten archivalischen Quellengattungen besprochen, im Hinblick auf ihre Struktur analysiert und Überlegungen zu ihrer technischen Erschließbarkeit angestellt.

READ-„Kick-Off“ in den Räumlichkeiten der Archivschule

Dabei wurde deutlich, dass neben dem Entziffern von Buchstaben und Worten auch Unregelmäßigkeiten im Layout wie fehlende Linienführung, unterschiedliche Wortabstände und sogar Verfärbungen im Beschreibstoff eine Herausforderung für die automatische Texterkennung darstellen. Eine Demo der an der Universität Rostock arbeitenden CITLab-Group zeigte dennoch, dass zukünftige Software handschriftliche Texte nicht nur durchsuchbar machen, sondern auch transkribieren können wird. Diese Demo wurde in einer Tagungssektion vorgestellt, die von der Leiterin der Archivschule, Frau Dr. Irmgard Christa Becker, moderiert wurde.

Text und Foto: Matthias Seim


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